FASHION – Størpunkt GALLERY, MÜNCHEN

24. JANUAR – 1. MÄRZ 2019

„Wenn Botticelli heute noch am Leben wäre, würde er für die Vogue arbeiten.“ – Peter Ustinov
In hybriden Formen drückt sich der Flirt von Kunst und Mode als Spiel wechselseitiger Anziehung und Abstoßung aus. Interaktiv agierend bedienen sich die beiden Disziplinen aus dem technischen und ikonographischen Repertoire der jeweils anderen, um gattungsübergreifende Konstellationen auszubilden und weisen gleichzeitig einen ähnlichem Umgang mit Geschichte auf. Die Kunst dient seit Jahrzehnten als direkte oder indirektere Inspirationsquelle für renommierte Designer – man denke an Yves Saint Laurent’s Mondrian dress – vice versa ist auch die Mode seit jeher ein sehr zentrales Motiv, das sich durch die gesamte Kunstgeschichte zieht. 
 Diese Ausstellung erforscht die Frage nach den Schnittstellen zwischen Mode und Kunst, sowie nach hybriden Formen, die sie zusammen ausbilden. Dabei stehen fotografische und skulpturale Arbeiten im Vordergrund, da diese in der Alltagspraxis als zentrale Trägermedien beider Disziplinen fungieren. 
 Die künstlerischen Positionen behandeln den Themenkomplex auf sehr differenzierte Weise. Mit solch weitreichenden Künstlern wie Nicolas Vionnet, Danny Frede, Roland Reiter und Volkmar Walther werden sowohl rein ästhetische Aspekte der beiden Disziplinen thematisiert, als auch höchst zeitgenössische sozialpolitische Themen sichtbar gemacht, wie aktuelle Herausforderungen mit „fast fashion“ oder die Bedeutung von Social Media im Hinblick auf die Mode- und Kunstwelt und das Selbstbild in der heutigen Zeit. Die künstlerischen Positionen reichen vom Unbeschwerten bis hin zum Kritischen, vom Persönlichen bis hin zum Sozialen. Ob das nun bedeutet Konsumkritik zu äußern, den Nachhaltigkeitsaspekt von Mode und Kunst zu betonen, oder uns selbst auf die Funktionsweise unserer eigenen Wahrnehmung hinzuweisen: Mit Werken, die zwischen Kunst und Mode oszillieren und unseren menschlichen Drang, alles kategorisieren zu wollen grundlegend hinterfragen – vereint die Ausstellung „FASHION“ zeitgenössische Positionen von Künstlern unterschiedlicher Hintergründe, die allesamt entdecken wollen, wie Kunst und Mode miteinander flirten und welche Grenzen sie zusammen überschreiten können.
– Stephan Stumpf, Galerist und Kurator 
 – Yeliz Kaiser, Galerieassistentin und Kuratorin

1.Akt: Hatz Formation7 MdbK Leipzig

MUSEUM DER BILDENDEN KÜNSTE / KATHARINENSTRASSE 10, LEIPZIG

5. DEZEMBER  2017  –  25. FEBRUAR 2018

 Anja Heymann – Marie Carolin Knoth – Oskar Rink/Benjamin Kindervatter

Mandy Kunze – Petra Polli – Susanne Wurlitzer

Die Projektgruppe Formation 7 besteht aus 6 Künstlerinnen: Anja Heymann, Marie Carolin Knoth, Mandy Kunze, Petra Polli, Oskar Rink und Susanne Wurlitzer. Ein Mal im Jahr setzen sie sich mit ihrem je eigenen künstlerischen Werk in Beziehung zu einer gemeinsam gewählten 7. künstlerischen Position. Diese 7. Position kann sich auf die Vergangenheit oder auf die Gegenwart beziehen. Die 7. Position, für die sich die Formation 7 in diesem Jahr zum ersten Mal entschieden hat, ist das Gemälde Bärenhetze aus dem 17. Jhd. von Carl Borromäus Andreas Ruthart. Es befindet sich im Museum der Bildenden Künste Leipzig und zeigt eine Jagd Szene.
Ruthart bezieht sich, was die Thematik und auch die Komposition seiner Bärenhetze betrifft, auf flämische Künstler des 17. Jhd. Insbesondere Gemälde von Paul de Vos und von Frans Snyders (Die Münchner Bärenjagd / Bayrische Staatsgemäldesammlungen München) dienten ihm als Vorbild. Auch zu Rubens Gemälde Merkur und Argus aus der Gemäldegalerie Alter Meister in Dresden lassen sich Bezüge herstellen.